Im bolivianischen Tiefland wird gegen das Dengue-Fieber gekämpft. Hilfe kommt auch aus Kuba und Venezuela
Von Markus Saxinger, La Paz Seit Januar dieses Jahres sind 22 Bolivianer an Dengue-Fieber gestorben. 4154 Erkrankungen wurden bestätigt, 41036 Verdachtsfälle gezählt. Diese Zahlen hat das Gesundheitsministerium des Landes am 9. März veröffentlicht. Es handelt sich um die seit Jahrzehnten schwerste Epidemie dieser Tropenkrankheit im bolivianischen Tiefland. Übertragen wird sie durch die Stechmückenart Aedes Aegypti. Die vermehrt sich in urbanen Regionen besonders gut. Ihre Larven wachsen in Wasserrückständen oder -gefäßen heran, in Abfällen, etwa alten Autoreifen. Bei jüngsten Untersuchungen in den Armenvierteln der am stärksten betroffenen Stadt Santa Cruz wurden Larven mit dem gefährlichen Erreger allerdings auch in Wohnhäusern gefunden.
Die Regierung hat mit einer massiven Kampagne reagiert. Tausende Freiwillige beseitigten am vergangenen Wochenende in Santa Cruz Brutstätten. Unter tätiger Mithilfe von Präsident Evo Morales wurden vier Millionen Tonnen Müll zusammengesammelt. Solche konzertierten Aktionen in weiteren Städten folgen. Ist der Müll beseitigt, desinfizieren Soldaten in den betroffenen Gebieten jedes einzelne Haus.
Boliviens Gesundheitsminister Ramiro Tapia sieht sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Fiebers besonders Kuba gegenüber zu Dank verpflichtet. Kurzfristig hat der Karibikstaat Hunderte Helfer entsandt. So kamen am 27. Februar 400 kubanische Ärzte unter der Leitung des Dengue-Experten San Martin nach Santa Cruz. Das kubanische Team behandelt Erkrankte und arbeitet an der Aufklärungskampagne mit, die für eine soziale Mobilisierung im Kampf gegen die todbringende Krankheit sorgen soll.
Tapia bedankte sich auch bei anderen Ländern. Venezuela hat 20 Tonnen Desinfektionsmittel geliefert und, wie auch Ecuador und Kolumbien, Ärzte in das Infektionsgebiet entsandt. Argentinien hilft im Grenzgebiet. Paraguay hat Flugzeuge zu Verfügung gestellt, China 200 Millionen Dollar überwiesen. Japan bietet technische Unterstützung.
Der Gesundheitsminister wies darauf hin, daß die neue Verfassung Boliviens die Einbeziehung traditioneller indigener Heilkunde in die medizinische Forschung vorsieht. Vor diesem Hintergrund hob er eine Form der Unterstützung aus Brasilien besonders hervor: Indigene erzeugen dort einen pflanzlichen Wirkstoff gegen die Verbreitung von Mücken.
Die am stärksten betroffene Region um Santa Cruz ist eigentlich eine Hochburg reaktionärer Separatisten, die die Zusammenarbeit der Regierung mit Kuba oder Venezuela zum Teil gewaltsam torpediert haben. Tapia hob deshalb hervor, daß es jetzt im Kampf gegen Dengue gelungen sei, zahlreiche Akteure mit der Regierung und internationalen Helfern an einen Tisch zu bringen. Nur so konnten erste Fortschritte in der Eindämmung der Epidemie erzielt werden.
junge Welt 12.03.2009 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15
Die Regierung hat mit einer massiven Kampagne reagiert. Tausende Freiwillige beseitigten am vergangenen Wochenende in Santa Cruz Brutstätten. Unter tätiger Mithilfe von Präsident Evo Morales wurden vier Millionen Tonnen Müll zusammengesammelt. Solche konzertierten Aktionen in weiteren Städten folgen. Ist der Müll beseitigt, desinfizieren Soldaten in den betroffenen Gebieten jedes einzelne Haus.
Boliviens Gesundheitsminister Ramiro Tapia sieht sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Fiebers besonders Kuba gegenüber zu Dank verpflichtet. Kurzfristig hat der Karibikstaat Hunderte Helfer entsandt. So kamen am 27. Februar 400 kubanische Ärzte unter der Leitung des Dengue-Experten San Martin nach Santa Cruz. Das kubanische Team behandelt Erkrankte und arbeitet an der Aufklärungskampagne mit, die für eine soziale Mobilisierung im Kampf gegen die todbringende Krankheit sorgen soll.
Tapia bedankte sich auch bei anderen Ländern. Venezuela hat 20 Tonnen Desinfektionsmittel geliefert und, wie auch Ecuador und Kolumbien, Ärzte in das Infektionsgebiet entsandt. Argentinien hilft im Grenzgebiet. Paraguay hat Flugzeuge zu Verfügung gestellt, China 200 Millionen Dollar überwiesen. Japan bietet technische Unterstützung.
Der Gesundheitsminister wies darauf hin, daß die neue Verfassung Boliviens die Einbeziehung traditioneller indigener Heilkunde in die medizinische Forschung vorsieht. Vor diesem Hintergrund hob er eine Form der Unterstützung aus Brasilien besonders hervor: Indigene erzeugen dort einen pflanzlichen Wirkstoff gegen die Verbreitung von Mücken.
Die am stärksten betroffene Region um Santa Cruz ist eigentlich eine Hochburg reaktionärer Separatisten, die die Zusammenarbeit der Regierung mit Kuba oder Venezuela zum Teil gewaltsam torpediert haben. Tapia hob deshalb hervor, daß es jetzt im Kampf gegen Dengue gelungen sei, zahlreiche Akteure mit der Regierung und internationalen Helfern an einen Tisch zu bringen. Nur so konnten erste Fortschritte in der Eindämmung der Epidemie erzielt werden.
junge Welt 12.03.2009 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15
No comments:
Post a Comment